20.05.2016

[Review] Treggiari, Jo - Ashes, Ashes (Ashes, Ashes #1)


About the author:
Jo Treggiari was born in London, England, and raised in Ottawa, Ontario. Her first attempts at writing were when she started revising classic fairy tales at the age of eight. Jo has also lived in New York City and San Francisco, where she trained as a boxer, wrote for punk magazines, and owned her own label. 
She now lives in Nova Scotia, Canada, with her husband and their children, and still enjoys shadowboxing. 

Description:
Smallpox epidemics, floods, droughts – for sixteen-year-old Lucy, the end of the world came and went, stealing with it everyone she ever loved. Even the landscape of her beloved New York City is ever-shifting and full of hidden dangers. As the weather rages out of control, she survives alone in the wilds of Central Park, hunting and foraging for food and making do with the little she has, while avoiding roving scavengers and thieves. But when an unrelenting pack of vicious hounds begins to hunt her, Lucy is not sure she can continue on her own. Then, suddenly, she is swept to safety by a mysterious boy named Aidan, who helps her escape the hounds and urges her to join a band of survivors. Reluctantly, she finds him after her home is destroyed; however, new dangers await her.
An army of Sweepers terrorizes the camp, carting off innocent people and infecting them with the plague. Lucy and Aidan realize that it’s up to them to save their friends, but Lucy doesn’t know that the Sweepers have laid a trap – for her. There is something special about Lucy, and the Sweepers will stop at nothing to have her in their clutches. 

My Thoughts:
“Ashes, Ashes” ist für mich persönlich ein absolutes Kontrastwerk. Dieses bezieht sich größtenteils auf den Widerspruch zu meiner obigen Bewertung als auch meiner Meinung über dieses Buch. Denn auch, wenn ich es einerseits richtig gut fand, gab es immer wieder Einschnitte, die mein Bild über die Geschichte von Lucy haben weiter absinken lassen. 

Ein Aspekt, der mir gefallen hat, war, dass hier die Geschichte nicht in der Ich-Erzählung geschrieben ist, sondern ein Sie-Erzähler gewählt wurde, der die Geschichte aus Lucys Blickwinkel beschreibt. Das hat mir als Leser ein etwas breiteres Feld eröffnet, dem Handlungsgeschehen etwas distanzierter gegenüberzutreten und die Handlungen „beobachten“ zu können. Allerdings schufen sie auch eine Distanz zwischen der Figur Lucy und dem Leser, die nicht immer gut war und in vielerlei Hinsicht auch Einschränkungen gab, um Lucys Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen nachzuvollziehen. Hier einen wirklich guten und zufriedenstellenden Spagat zwischen Distanz und Nähe hinzubekommen, ist schon eine Meisterleistung, die wirklich ein gewisses Fingerspitzengefühl braucht – und vielleicht auch Übung. Mir persönlich hat dieses gewisse Fingerspitzengefühl dafür einfach gefehlt. Mir blieb z.B. unklar, warum sich nach über einem Jahr des Verlustes eine 16-jährige, selbstständige junge Frau nicht mit ihrer Trauer beschäftigt. Es wird zwar angedeutet, dass ihre Eltern ebenfalls Opfer der Epidemie geworden sind, aber richtig bestätigt bekommt der Leser dies nicht. Auch verstehe ich nicht, warum ihr Vater seinerzeit bei einer ärztlichen Untersuchung einschritt und Lucy nichts über seine Motivation dafür gesagt haben soll bzw. sie gewarnt hat. Es gab diesbezüglich noch ein paar andere logische Aspekte, die nicht ganz nachvollziehbar waren und im Widerspruch zu dem wirklich tollen und detaillierten Beschreibungen der Erzählung standen. 

Dieses detaillierte Beschreiben und Erzählen war auch das, was mich so unglaublich fasziniert hat. Es war wirklich toll, eine intensive Beschreibung von verschiedenen Handlungsbereichen zu lesen. Das hat mir viel Freude als Leser bereitet. Leider konnte die Autorin dies nicht ganz bis zum Schluss aufrechterhalten, was ich umso bedauerlicher fand. Denn kurz nach dem Höhepunkt änderte sich das. Die Beschreibungen in den Handlungsweisen konnten dem starken ersten Teil des Buches nicht mehr das Wasser reichen. Es blieben zu viele Aspekte unbedacht, zu viel ungesagt. Auch habe ich hier einen wirklich explosiven Showdown vermisst. Die hier gewählte Konfliktlösung passte für mich nicht ins Schema des so stark ausgebauten Weltbildes. Daneben blieb die Motivation der Sweeper und deren Chefin absolut im Argen. Es gab zwar eine leichte Andeutung, aber die wirkt, wenn man erst bis zu dieser Situation vorgedrungen ist, zu mager. Es kam mir an dieser Stelle so vor, als hätte die Autorin ihre Motivation/Inspiration verloren. Das Ganze wirkte im Vergleich zum Rest des Buches nicht stimmig und eher schwach. 

Ähnlich verhält es sich mit Lucy. Sie ist ein selbstständiger Charakter, der aufgrund der Geschehnisse und der Verluste, die er ertragen musste, auch schnell erwachsen geworden ist. Lucy ist recht kreativ in ihrer Art zu überleben, vertraut nicht allzu schnell und ist skeptisch jedem Fremden gegenüber. Selbst Aidan gegenüber. Warum sich ihre anfängliche Abneigung letztendlich in Verliebtheit umschlägt, ist für mich bis heute ein absolutes Rätsel. Das ist so einer dieser Punkte, die ich nicht nachvollziehen konnte. Auch bleibt sie ein recht oberflächlicher Charakter, da mit ihrer verdrängten Trauer auch der Leser auf Abstand gehalten wird. Zudem erlebt sie hier und da ganz schnell den einen oder anderen Sinneswandel, der einen als Leser stutzen lässt. Hier hätte meiner Meinung nach definitiv etwas mehr an der Figurenkonzeption gearbeitet werden müssen. Denn die Protagonistin der Geschichte ist nicht der einzige Charakter, der nur so vor oberflächlicher Darstellung strotzt. 

Ich bin nach diesem starken Einstieg in Lucys Geschichte sehr enttäuscht. Hier hatte ich wirklich die Hoffnung, dass all das Potential, was in der Geschichte steckt, auch genutzt wird. Aber leider fehl am Platz. Und die Hoffnung zu sehen, dass die Autorin sich weiterentwickelt im zweiten Teil wurde auch gleich einmal zunichtegemacht, da sie diesen wohl nicht einmal beendet hat. Das finde ich sehr bedauerlich, da ich wirklich glaube, dass die Autorin durchaus fähig ist, sich noch zu steigern und eine wirklich tolle Geschichte zu kreieren, die in sich vollends stimmig ist.

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