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[Review] Brandon, J.K. & Liz - Blutprinz




Über die Autoren:
Das Autorenpaar Liz und J.K. Brandon lebt in Salzburg. Gemeinsam haben sie Beiträge in zahlreichen Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht, wobei sie hauptsächlich Geschichten für die Genres Fantasy, Mystery und Krimi schreiben.
Zu den ersten Erfolgen kann der Gewinn des deutschen Phantastik Preises 2006 für die beste Kurzgeschichte in der Anthologie „Wildes Land“ gezählt werden. 

Beschreibung:
André Barov wähnt sein Leben und seinen Vampir-Clan unter Kontrolle. Doch dann gerät seine sorgsam strukturierte Welt ins Wanken. Feinde haben sich gegen ihn verschworen und als die aufstrebende Innenarchitektin Natalie ins ein Leben tritt, holt ihn ein Teil seiner Vergangenheit ein, den er nie verwunden hat. Natalie Adam ist von dem mysteriösen Mann fasziniert. Noch ahnt sie nichts von seinem dunklen Geheimnis. Sie spürt, dass sich auch André Barov zu ihr hingezogen fühlt, doch zu viele scheinbar ausschichtlose Zwänge und Umstände sprechen gegen eine Verbindung. Unsichtbare Gegner und ein folgenschwerer Fehler bedrohen nicht nur Andrés Leben, sondern bringen auch das von Natalie in Gefahr. 

Meine Gedanken:
Ich weiß nicht, wie lange das Buch schon bei mir auf dem Reader schwirrte, ohne dass ich es eines Blickes würdigte. Ich kann mich nur daran entsinnen, dass ich damals froh war, es gratis bei einer Sommeraktion ergattern zu können. Das Beste, was einer Lesemaus wie mir passieren konnte. ;) 

Bevor ich aber anfange und sage, was mir an dem Buch nicht gefallen hat, möchte ich erst einmal auf ein paar Aspekte eingehen, die mir gefallen haben. Eigentlich war das nur eine Sache, wenn ich so recht darüber nachdenke, nämlich die Grundidee. Die Idee von einem Vampirfürsten ist zwar nicht neu und auch nicht, dass er sich verliebt, aber in der Art und Weise wie diese Geschichten variieren, liegt dann meist doch das Vergnügen für Liebhaber dieser Geschichten. 

Ich mochte, dass wir hier eine gewisse vampirische Hierarchie hatten. Diese wurde zwar bloß angedeutet – und hätte besser ausgebaut werden können, um sie stärker in die Handlung mit zu integrieren -, aber sie war von der Idee her präsent. Leider blieb es – wie angemerkt – nur bei der bloßen Idee und es wurde nicht weiter ausgebaut. Das World Building lässt somit schon bei diesem Aspekt Punkte zur Kritik offen. Denn das Hierarchie-System wirkte substanzlos. Entwicklung und fiktionale geschichtliche Aspekte hätten diesem Teil der Geschichte eine kräftigere Aussagekraft vermittelt und einem Leser das Eintauchen in die Story etwas schmackhafter gemacht. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang nur der Ring, den André trägt und ihn als Vampirfürst ausweist, aber nicht wie seine Familie dazu kam und warum ausgerechnet dieser spezielle Ring gerade dieses spezifische Symbol darstellt. Darauf anschließend folgt dann die Motivation unseres Helden, die Vampirgesellschaft in seinem Sinne zu reformieren. Warum, wieso, weshalb und wie das Ganze geschehen soll, bleibt einem Leser vollkommen unverständlich. Gleiches gilt für die Position und die Einschätzung der einzelnen Clans. Hier werden nur maximal vier Clans von unzählig vielen erwähnt, und dass es acht Clans gibt, die im inneren Zirkel an den Entscheidungen über und für die Vampire beteiligt sind. Es hat den Ansatz einer Demokratie, wirkt aber eher wie eine Massendiktatur, da die kleineren und unbedeutenderen Familien, die nicht zum inneren Kreis zählen, kein Mitspracherecht haben. Auch das Verhältnis zwischen den verschiedenen Vampiren wie Reinblütern, Halbblütern und/oder Bastarden wird nicht thematisiert. Es wird kurz erwähnt, dass es sie gibt und mit dem Rest darf sich der Leser selbst einen Reim draufmachen. 

In diesem Sinne kann man sich dann auch gleich der Figurenkonzeption widmen. Diese ist ähnlich schwach ausgeprägt wie das World Building. Man erfährt relativ wenig über Natalie bzw. André. Es gibt wenig Teilhabe an ihrer Vergangenheit, wobei die auf Seiten von André wenigstens ansatzweise vorhanden ist. Bei Natalie weiß man nur bruchstückhaft, dass sie eine schlechte Erfahrung mit Männern hatte, aber mehr auch nicht. Man erfährt nichts zur Familiengeschichte, zum Werdegang etc. Natalie und André bleiben somit leider nur leere Figurenhüllen, mit denen der Leser nicht sympathisieren kann, weil er keine Nähe zu diesen aufbauen kann. 

Dadurch stolpert man als Leser auf die nächste Problemlage: die Liebesgeschichte. Zwei leere Figurenhüllen können keine Liebesgeschichte verkaufen. Von Emotionen und Leidenschaft war nichts zu spüren. Aufgrund dessen wirkte auch diese angebliche „Seelenverbindung“ zwischen André und Natalie unglaubwürdig. 

Die sprachliche Gestaltung der Geschichte war auch recht schwergängig, was es mir erschwerte, mich in die Handlung einzufinden. Der gewählte Perspektivwechsel zwischen Natalie, André und einigen anderen Hintergrundspielern ließ wenig Raum zum Aufbau eines Spannungsbogens offen, sodass das Geschehen recht einfach vorauszuschauen war. 

Selbst an der Konfliktlösung habe ich zu kritisieren, denn aufgrund der vielen und recht bildhaft dargestellten Gewaltszenen in der Story war mir diese zu einfach. Auch die Folgen, die der Konflikt auslöste, werden nicht beschrieben. Man bleibt am Ende mit einem richtig bösen Gefühl im Magen zurück. Es findet kein wirklicher Abschluss zu der Geschichte von Natalie und André statt. Was ich sehr schade fand. Auch wenn die beiden nicht gerade sympathisch waren, weil sie inhaltslos wirkten, so haben doch die Figuren als auch die Leserschaft einen gewissen Abschluss verdient. Und der fehlt hier gänzlich. Da hier der zweite Band („Blutjägerin“) der Reihe mit einem anderen Paar aufwartet, gehe ich auch mal davon aus, dass man durch dieses auch keinen Abschluss erfährt. 

Kennt ihr das Buch? Wenn ja, wie fandet ihr es?

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