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[Review] Maeda, Kira - Drachennacht (Blood Dragon #1)

eBook
Format: Kindle Edition
Erschienen: 2011
Originaltitel: /
Sprache: Deutsch
Seiten: 256
Verlag: Plaisir d’Amour Verlag
ISBN: 978-3-938281-91-8
Preis: 6,99 €
Altersempfehlung: ab 18 Jahren 




Über die Autorin:

Kira Maeda lebt, studiert und arbeitet im Ruhrgebiet. Sie schreibt und veröffentlicht seit mehreren Jahren unter verschiedenen Pseudonymen. Dabei ist sie immer auf der Suche nach dem besonderen Knistern zwischen ihren Figuren. Eine besondere Vorliege hat sie für exotische Schauplätze und ungewöhnliche Settings. 


Klapptext:

Die Archäologin Elisa ist fasziniert von den Legenden rund um den historischen Dracula, Vlad Tepes, und dessen Brüder Mircea und Radu. Sie erhält den Auftrag, in Rumänien nach den Ursprüngen der Dracula-Legende zu forschen und trifft dabei einen Nachfahren Vlad Tepes’: Victor Dracul. In Visionen sieht sie immer wieder sich selbst zur Zeit Vlad Tepes’, leidenschaftlich verbunden mit dessen Bruder Mircea, dem Victor bis auf’s Haar gleicht. Elisa ist zunehmends verwirrt, da sie sich sowohl zu Mircea als auch Victor hingezogen fühlt, und kann kaum noch zwischen Visionen und Realität unterscheiden. Doch in den eng verknüpften Schicksalen der drei Brüder, die einen alten und mächtigen Geschlecht von Drachen angehören, spielt Elisa eine wichtige Rolle, denn sie ist die Wiedergeburt der Frau, in die Mircea und Dracula einst kämpften. Dracula wurde damals über Elisas Verlust wahnsinnig, weswegen seine Brüder sich gegen ihn wandten und ihn einsperrten. Doch nun Jahrhunderte später, ist Dracula wieder frei und sinnt auf Rache… 


Meinung:

Bereits vor Erscheinen von “Drachennacht”, dem ersten Band der Blood Dragon-Trilogie, ist mir das Buch aufgrund seines äußerst ansprechenden Covers aufgefallen und der interessante Plot versprach eine interessante und erotische Geschichte. Doch leider wurden meine Erwartungen an das Gesamtwerk nicht 100 %ig erfüllt. 


Denn schon nach wenigen Seiten traf mich die kalte Ernüchterung. Die sprachliche Umsetzung wirkte verwirrend, distanziert und zeitweise planlos. Zwar waren eindeutig gute Ansätze erkennbar, die jedoch durch die umgesetzte Handlung und Erzählweise wieder zunichte gemacht wurden. Cesina, der erste erzählende Romancharakter der Geschichte, bekam einen viel kurzen – und zudem auch fraglichen – Auftritt, dessen Bedeutung für die Geschichte sich mir nicht vollkommen erschloss, da sie wirklich nur einen einzigen Auftritt hat. Gern hätte ich ihre allgemeine Stellung im Geschehen, ob sie nun eine Angestellte etc. ist, erfahren. Hierzu sehe ich die erzählenden Parts aus Sichtwiese von Nazurka ebenfalls mit etwas skeptischem Blick. Ihre Auftritte und ihre Funktion sind verständlich und nachvollziehbar, jedoch erschließt sich mir nicht, warum sie im ersten Teil so viel Raum in der Erzählung einnimmt, gerade wenn dieser nicht wirklich handlungsrelevant ist. 

Ebenso war für mich nicht nachvollziehbar die planlos wirkende ausgestaltete Handlung, die zweitweise so wirkte, als sei Frau Maeda gedanklich und emotional nicht ausschließlich auf ihre zu erzählende Geschichte und den Handlungsweisen der verschiedenen Charaktere konzentriert, was ich sehr sehr schade finde, da die Story wirklich Potential hat, um mehr daraus zu machen. Ich hoffe sehr, dass sich Frau Maeda in diesem Punkt bei den Folgebänden noch steigert. Das würde mich sehr freuen. 

Einerseits empfand ich es schade, dass die Autorin anscheinend ein Grundkonstrukt ungenutzt ließ, nämlich den geschichtlichen Aspekt, der hinter der Geschichte liegt: Rumänien und Dracula. Zwar fundierte der Teil mit Dracula auf Stokers allseits bekanntem Werk, jedoch war dieser Teil nur angedeutet und nicht vollkommen übernommen worden und schwächer verbunden mit historischen Tatsachen, die die Autorin hätte in ihre fiktionale Geschichte einbauen können, um ihr Authentität zu verleihen. Was mit Sicherheit kein allzu schwerwiegendes Unterfangen hätte sein können, da ihre Protagonistin Archäologin ist und geschichtlich versiert. 

Ich weiß, dass es sich bei “Drachennacht” um ein erotisches Werk handelt, jedoch empfand ich zeitweise die dargestellten intimen Szenerien deplatziert und wenig ansprechend. Einige der Szenen lassen die handelnden bzw. auftretenden Charaktere nicht unbedingt in einem Glanzlicht dastehen, wie z.B. die Szene, in der Elisa ihrer voyeuristischen Neigung nachgibt und Nazurka mit ihrem Partner beim Liebesspiel beobachtet oder auch die Szene, in der Elisa und Mircea übereinander herfallen, und das, obwohl sie sich nicht kennen und zum ersten Mal allein sind oder gar die Szene, in der Elisas früheres Ich mit Mircea und Dracula gleichzeit zugange ist. Absolut nicht mein Fall, auch wenn letztere eher dazu gedacht sein könnte, den Zwiespalt in Elisas Gefühlen für die beiden Brüder wiederzuspiegeln. Meiner ganz persönlichen Meinung nach, hätte es dieser Szenerie nicht bedarft, da dieser Zwiespalt bereits in anderen Szenen deutlich zum Ausdruck gebracht wurde. 

Außerdem war ich anfänglich total verwirrt, da die Autorin die Unterscheidung zwischen Mircea und Victor überhaupt nicht beachtet und mit beiden Namen um sich wirft. Zum einen hat es mich verwirrt, dass Elisa zeitweilig seit Beginn ihrer Visionen Victor mit Mircea ansprach und keiner dagegen Einwände hat. Auch als schon klar war, dass beide ein- und diesselbe Person sind, wird ständig zwischen beiden Namen hin- und hergewechselt. Etwas verwirrend und dem Lesevergnügen eindeutig störend. 

Daneben fand ich die Beschreibung Elisas als Wiedergeburt Elisabeths nachvollziehbar, was jedoch von der Autorin wieder verworfen wurde, in dem diese der ursprünglichen Elisabeth die Möglichkeit einräumt, zu erklären, dass sie beide zwar vom selben Blut sind, Elisa aber nicht ihre Wiedergeburt sei. Also, Elisa hat Elisabeths Erinnerungen, sieht aus wie diese, hat deren Fähigkeiten, sogar zu 50 % den selben Namen und ist doch nicht die Reinkarnation? Sorry, aber was ist sie dann? Meiner bescheidenen Meinung nach ist sie Elisabeths Reinkarnation, dass sie aber aufgrund diverser verschiedener Faktoren (wie Umwelteinflüsse, Umfeld etc.) nicht exakt die gleiche Charakterisierung usw. trifft, dürfte ja wohl irgendwie logisch sein. – meine Meinung. 

Gleichfalls vertrete ich die Auffassung, dass man als Leser eindeutig zu wenig über Dracula persönlich erfährt, obwohl dieser einen zentralen Punkt in der Erzählung einnimmt. Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass mir auch die Charaktere zu flach und oberflächlich dargestellt wurden, um prägnant auf den Leser Eindruck zu schinden. Dennoch hat mich die Geschichte relativ gut unterhalten und ich werde sicherlich auch noch den zweiten Band der Reihe lesen, um zu sehen, wie sich die Geschichte entwickelt und ob Frau Maeda das bisher ungenutzte Potential nutzt. 


Bewertung:

Interessante Grundansätze, die leider im Wesentlichen ungenutzt blieben und die eine gewisse Erwartungshaltung an die Nachfolgebände weckt. 


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