15.11.2011

[Review] Ockler, Sarah - Die Sterne leuchten immer noch

Gebundene Ausgabe (mit Schutzumschlag)
Erschienen: 2011
Originaltitel: Twenty Boy Summer
Sprache: Deutsch
Seiten: 346
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-13749-9
Preis: 16,99 €
Altersempfehlung: ab 12 Jahren 





Über die Autorin:

Sarah Ockler lebt mit ihrem Mann in New York, und weil sie immer noch an den spätfolgen ihrer turbulenten Teenagerjahre leidet, hat sie sich auf’s Verfassen von Jugendbüchern spezialisiert. “Die Sterne leuchten immer noch” ist ihr rester Roman. 


Klapptext:

“Das ist unser Geheimnis, Anna”, hat Matt gesagt, der Bruder von Annas bester Freundin Frankie, als er und Anna sich ineinander verliebten. Doch dann stirbt Matt bei einem Autounfall, und zu Annas Trauer und dem Verlust kommt noch das Geheimnis um ihre Liebesbeziehung, das Matt mit ins Grab genommen hat. 

Ein Jahr später fährt Anna mit Frankies Familie in den Sommerurlaub nach Kaliforinien. Dort sollen sie beide, so Frankies erklärtes Ziel, endlich wieder Spaß haben und eine richtige Sommerromanze erleben. Von Annas Angst,s ich auf etwas Neues einzulassen und darüber womöglich Matt zu vergessen, weiß Frankie ebenso wenig wie von den Gefühlen, die Matt und Anna füreinander hegten. 
 
Doch dann trifft Anna Sam, und völlig unerwartet verliebt sie sich tatsächlich… Aber darf sie das – jemanden lieben, wenn sie die Erinnerung an Matt doch für immer in ihrem Herzen bewahren wollte?

 

Meinung:

Bereits vor dem Lesen war mir bewusst, dass es sich bei dem vorliegenden Werk um eine Geschichte über Verlust, Trauer und Freundschaft handelt. Mir war auch bewusst, dass die weibliche Protagonistin eine heimliche Beziehung mit ihrem besten Freund und zugleich Bruder ihrer besten Freundin hatte, der gestorben ist, bevor er seiner Schwester von seiner Beziehung zu Anna erzählen konnte. Neben dem Knackpunkt, dass Frankie, Annas beste Freundin, doch noch davon erfährt und, ob die Freundschaft die Belastungsprobe übersteht, geht es darum, wie Anna mit dem Verlust zurechtkommt und begreift, dass selbst wenn sie sich auf das Leben einlässt, Matt stets ein Teil von ihr und ihren gemeinsamen Erinnerungen sein wird. Allerdings sind diese Knackpunkte in der Geschichte eher mangelhaft umgesetzt worden. 


Zum einen scheint die junge Protagonistin etwas zu vertieft in ihre Trauer zu sein, um mizukriegen, wie schlecht es ihrer besten Freundin geht und, dass diese mit 16 etwas selbstständiger sein sollte. Die Lüftung von Annas großem Geheimnis wurde derart flach und einfallslos umgesetzt, dass es einfach nur vorausschaubar, ebenso wie der freundschaftliche Klinsch, der daraus entstand, war und die “provisorische Versöhnung”, die meiner Meinung nach nicht hätte Not getan, schlecht umgesetzt und nur zur Zufriedenstellung des Lesers diente. Beides war sicherlich nicht einfach umsetzbar, hätte aber wesentlich überzeugender und kreativer umgesetzt werden können. 

Ebenso unreif, wie die Handlung und die Charaktere wirkte auch der Erzählstil - ungeachtet dessen, dass es sich bei dem vorliegenden Werk um die deutsche Ausgabe handelt. Denn die grammatikaliche/stilistische Umsetzung ist nicht gerade lesefreundlich; der Satzbau zu lang und teilweise grammatikalisch/stilistisch eine Katastrophe, die mich zeitweise dazu zwang, das Buch zuzuklappen und außer Reichweite zu legen, bevor ich auf die Idee kommen konnte, ein kleines Feuerchen zu züngeln. An der sprachlichen Umsetzung kann ich ebenfalls nur bemängeln, dass die Autorin sich mehrmals im Handlungsverlauf - insbesondere bei Erinnungspassagen - ständig wiederholt, was die Geschichte nicht nur schwergängig, sondern einschläfernd darstellt. 
 
Alles in allem ist zwar die Grundidee gut und interessant, jedoch stimmt das Gesamtkonzept einfach nicht. Sehr schade, denn Potential, hieraus tatsächlich eine grandiose Story zu machen, ist eindeutig vorhanden! 

 

Bewertung:

Gute Grundidee, schwergängige Erzählweise, konzeptionell schlecht umgesetzte Handlung und viel zu unreife, egoistische Charaktere, die flach und nervenaufreibend sind. Insgesamt eine nette Sommergeschichte, mehr aber leider nicht. 

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