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[Review] Kearney , Susan - Der Kuss des Zeitreisenden (Pendragon #3)

Taschenbuch
Originaltitel: Jordan. The Pendragon Legacy
Erschienen: 2011
Sprache: Deutsch
Seiten: 427
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-26794-6
Preis: 9,95 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren





Über die Autorin:

Susan Kearney schreibt prickelnde Romanzen mit futuristischem Setting. Sie hält sich an die alte Regel, von dem zu erzählen, was man kennt – deshalb schreibt sie über die Zukunft. Und als Taucherin, Expertin in Kampfkunst, Seglerin, Eiskunftläuferin, Immobilienmaklerin, ehemalige Besitzerin eines Tauschgeschäfts, eines Fitnessstudios für Frauen sowie eines Friseursalons, hat sie genug Romanstoffe für den Rest ihres Lebens gesammelt.


Klapptext:

Zugunsten der Karriere beim Vesta Konzern will Vivianne Blackstone vorerst auf ihr Liebesleben verzichten. Ihr aktuelles Projekt benötigt ihre ganze Aufmerksamkeit: Sie will ein Raumschiff bauen lassen, mit dessen Hilfe der Kampf der Menschen gegen ihre übermächtigen Feinde gewonnen werden könnte. Doch der Ingenieur Jordan McArthur verfolgt eine besondere Mission – denn er statt aus dem Zeitalter König Arthurs und ist auf der Suche nach einem Artefakt, um die ganze Galaxis zu retten. Dafür braucht er Viviannes Raumschiff. Also fordert er Vivianne nicht nur im Job heraus, sondern weckt alle ihre Sinne…


Meinung:

Es ist unglaublich, wie sehr man sich doch von einer Reihe gefangen nehmen lassen kann. Obwohl mir in der letzten Zeit dieser ständige Serien-Wahn, egal in welchen Buchbereichen, gehörig auf den Zeiger geht, hat es Frau Kearney geschafft, sich mit ihrer Pendragon-Reihe auf die Liste meiner Lieblings-Reihen einzuschreiben. Allerdings finden nur die ersten Bände dazu auch persönliche und nahezu uneingeschränkte Zustimmung, was den dritten Band anlangt, ist dies eine andere Geschichte. 


“Der Kuss des Zeitreisenden” ist der dritte und (glücklicherweise) auch der letzte Band der Pendragon-Reihe und erzählt die Geschichte der erfolgreichen Geschäftsfrau Vivianne Blackstone und dem „Ingenieur“ Jordan McArthur. Beide sind gut in ihrem Job und jeder hat eigene Ziele. Vivianne will der Weltregierung ein Raumschiff zur Verfügung stellen, was der Erde dabei hilft, sich gegen die nahende Bedrohung der Stämme zu verteidigen, und Jordan will Vivannes Raumschiff um mehrere in der gesamten Galaxie verteilte Artefakte zu finden, um die Stämme ein für alle Mal vernichten zu können, um Rache an dem Untergang seines Volkes zu nehmen. Doch seine einzige Chance besteht darin, das Raumschiff samt Crew zu entführen, einschließlich Vivianne, zu der er sich auf unglaubliche Weise erotisch angezogen fühlt. Nur widerwillig entschließt sie sich, Jordan seinen Willen zu lassen und begleitet ihn auf seiner Reise. Gemeinsam mit der Ingenieurscrew reisen sie durch die Galaxie zu mehreren abgelegenen Planeten und finden diese Artefakte. Nun müssen sie nur noch den Stämmen den Heiligen Gral stehlen, um alle Welten von der drohenden Gefahr zu befreien. Doch, ob die beiden das schaffen können, ohne ihrer erotischen Anziehungskraft zu widerstehen, ist fraglich. 

Fraglich ist allerdings ebenso das Konzept, welches die Autorin mit dem dritten Band verfolgt. Zwar mixt die Autorin hier wieder Fantasy-, Science-Fiction- und Liebesroman miteinander, jedoch sticht dieses Mal eindeutig der Science-Fiction-Anteil deutlich hervor, der damit die bisher gekannte Harmonie zwischen diesen drei unterschiedlichen Sektionen ins Taumeln bringt. Eine Reise durch die Galaxie ist ja schön gut, allerdings ist sie nicht gerade leserfreundlich, wenn diese wie die Reise eines Pinballs verläuft. Ich hatte ständig im Hinterkopf, dass das Raumschiff der Pinball ist und die Planeten die Aneckpunkte, die Punkte auf der Reise bringen. Einfach zu viel. Zeitweise ging auch das Auffinden der Artefakte viel zu einfach von sich – ohne einen Zwischenfall, der etwas Spannung in die Handlung gebracht hätte –, was die Geschichte eher notgedrungen zusammengezimmert wirken ließ. 
 
Ebenso zusammengewürfelt wie die Umsetzung der Geschichte wirkten auch die beiden Protagonisten. Vivianne und Jordan sind zwar sympathisch, aber sie sind einfach zu perfekt. Ihnen gelingt einfach alles auf Anhieb, ohne Fehler, ohne größere Zwischenfälle. Einfach zu perfekt und zu fragwürdig. Denn fragwürdig ist die Charakterentwicklung auf jeden Fall. Jordan ist zwar ein Außenweltler, was wir aus den vorherigen Bänden wissen, dennoch ist unklar, was er oder wer er genau ist. Wir lernen zwar als Leser etwas aus der Vergangenheit beider Charaktere, aber dennoch bleiben viele Fragen ungeklärt. Z.B. die Frage, warum Jordan nicht altert, warum seine Lebensform auf den Stab angewiesen ist und wie er dennoch nach Verschwinden des Stabes einfach ohne diesen weiterleben kann? Hat sich seine Biochemie umgestellt und mit etwas anderem verbunden? So eine Art Bioresonanz à la Nalini Singh in der Gestaltwandler-Reihe? Oder gibt es dafür eine andere Erklärung? Warum braucht er auf einmal nicht mehr zu atmen? Warum kann er in seiner Drachengestalt im Universum herumfliegen, obwohl dies ja aus rein physikalischen Gesichtspunkten unmöglich ist (Vakuum, sag ich nur!)? 
 
Wie ihr seht, nimmt die Story nicht nur im Bereich Charakter-/Umsetzungsgestaltung ziemlich abstrakte Formen an, sondern anscheinend meint die Autorin einfach einmal ohne genauere Begründung physikalische Gesetze außer Kraft setzen zu können. Zudem bekommen hier einige Charaktere einen Auftritt (wir erinnern uns an den Mythenteil, dann kann man sich sehr schnell denken, wer auf Arcturus lebt! *hust*), deren Erscheinen eigentlich nur noch verwirrender ist. Auch die Erklärung, wer eigentlich der Oberguru der Stämme ist, hat mich einfach nur mit den Augen rollen lassen. Ich möchte das an dieser Stelle nicht offenbaren, falls einer das Buch noch lesen möchte bzw. gerade in den Genuss kommt, sich damit auseinandersetzen zu wollen. Aber spätestens nach der Begegnung auf Arcturus mit einem bestimmten Charakter, kann man sich denken, wie die Anfänge ihren Lauf genommen haben. Traurig, aber wahr! Ich hätte mir ein wesentlich spektakuläreres und überzeugenderes Ende gewünscht. Leider wurde ich dahingehend wirklich bitterböse enttäuscht! 
 
Neben diesen Aspekten, die bereits ziemlich fragwürdig sind, kann ich auch nur die Entwicklung der Beziehung zwischen Jordan und Vivianne bemängeln. Beide wirken eher wie die Karnickel, wenn sie sich über den Weg laufen und keiner in der Nähe ist, als wie zivilisierte Leute, die jemanden für die Ewigkeit gefunden haben. Was angesichts der doch fragwürdigen Herkunft Jordans gar nicht mal so weit hergeholt zu sein scheint. Es ist im Prinzip, um es kurz machen, einfach keine Entwicklung da. Die beiden sind fröhlich intim miteinander, ohne an Konsequenzen oder Emotionen zu denken, und plötzlich kommt da aus dem nichts die Erkenntnis her, dass beide ineinander verliebt sind (*mit den Augen roll*). Als wenn das überzeugend wirkt. Keine Romantik, keine Emotionen. Einfach nur Sex.
 
Abschließend kann ich aufgrund der doch reichlichen (und zeitweise recht merkwürdig) detaillierten Intimszenen einfach nur eine Altersempfehlung ab 16 Jahren aussprechen. Mord und Totschlag gibt es im abschließenden Band nicht einmal ansatzweise so viel und brutal wie in den Vorgängerbänden, dafür mehr Sex und weniger vom Rest, was die ersten Bände so lesenswert gemacht hat. 

 

Bewertung:

Ein enttäuschender letzter Band, der eindeutig mehr Potential hat, als die Autorin hier verbraten hat. Schade! 


Infos zur Reihe:
  1. Die Geliebte des Zeitreisenden
  2. Der Bann des Zeitreisenden
  3. Der Kuss des Zeitreisenden

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