11.04.2011

[Review] Palmer, Pamela - Ungezähmte Begierde (Krieger des Lichts #2)

Taschenbuch
Originaltitel: Obsession Untamed.
Erschienen: 2010
Sprache: Deutsch
Seiten: 347
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-8025-8311-7
Preis: 9,95 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren





Über die Autorin:

Pamela Palmer hat Wirtschaftsingenieurswesen studiert und für eine Computerfirma gearbeitet, bevor sie beschloss, Schriftstellerin zu werden. Bereits mit ihrem ersten Roman gehörte sie zu den Finalistinnen für den Golden Heart Award der Romance Writers of America. Mit “Ungezähmtes Verlangen” startete sie ihre erste Romantic-Fantasy-Serie. 


Klapptext:

Die Krieger des Lichts sind eine Bruderschaft von Gestaltwandlern, die dazu auserkoren ist, die Welt vor bösen Magiern und ihren Dämonen zu schützen. Doch eine böse Hexe hat es geschafft, von allen Kriegern des Lichts blut- und seelenlose Klone zu erschaffen. Bei der Krönung zur Strahlenden – die Frau, die Kraft aus der Erde ziehen kann und an die Krieger weitergibt – wurden alle Klone ausgelöscht… bis auf einen: Tighe muss seinen künstlich geschaffenen bösen Zwilling aufspüren und so schnell wie möglich zur Strecke bringen, denn die Zeit rennt ihm davon. Findet er den Klon nicht bald, muss Tighe sterben. Doch der Doppelgänger entwischt den Kriegern des Lichts immer wieder und scheint ihnen stets eine Nasenlänge voraus zu sein. Er begeht einen Mord nach dem anderen und überfällt auch die FBI-Agentin Delaney Randall. Sie kommt mit dem Leben davon, wird aber fortan von beängstigenden Visionen heimgesucht: Sie sieht durch die Augen des Killers, wie er seine Opfer auf bestialische Art und Weise tötet. Tighe setzt alles daran, den Klon mithilfe von Delaneys Visionen zu finden: Er braucht ihre mentale Verbindung zu dem Doppelgänger, um ihn aufstöbern zu können. Als er eines Nachts in Delaneys Haus eindringt, vermeint sie, in ihm den Serienmörder zu erkennen, obwohl Tighe seine Unschuld beteuert, bleibt Delaney misstrauisch. Aber gegen die brennende Leidenschaft, die schon bald in ihnen erwacht, sind sie beide machtlos. Doch je näher Delaney Tighe kommt, desto größer wird die Gefahr, in der sie schwebt… 


Hinweis: Der weitere Beitrag enthält möglicherweise Spoiler!!! 

 

Inhalt:

Nachdem die böse Magierin und alle von ihr erschaffenen Klone der Krieger – bis auf einen – besiegt und vernichtet wurden, zieht fast der Alltag wieder bei der Gestaltwandlergemeinschaft ein. Allerdings mit ein paar kleinen Zusatzaufgaben: Das Hauptquartier der Magier, was durch die Therianer ständig überwacht worden ist, ist plötzlich nicht mehr dort, wo es sein sollte und der letzte Klon – Tighes – muss gefunden werden, bevor dieser auch noch den Rest seiner Seele verliert. 

Bei der Jagd nach seinem Klon wird Tighe plötzlich von einer Vision heimgesucht, die ihn vollkommen von den Socken haut. Denn bisher hatten die Krieger nicht einmal einen Hinweis darauf, wo der Klon stecken könnte und diese neuen Visionen – die anscheinend auf einer mentalen Verbindung zu beruhen scheinen – könnten die richtige Hilfe sein. Verstört von dem gerade gesehenen, keimt Hoffnung in ihm auf, seinen mordenden Klon endlich finden zu können und sein Leben zu retten. Als ihm dann plötzlich eine weitere Vision überkommt, in der er sieht, wie die von seinem Klon angegriffene Frau plötzlich seine Visionen hat, ist er völlig verstört. Er weiß nicht, wie sie dem Klon entkommen konnte und nun seine Visionen hat. Sicher, dass Delaney seine einzige Spur ist, sucht er diese auf und entführt sie. Doch womit Tighe nicht gerechnet hat, ist die Anziehungskraft, die sie auf ihn auszuüben scheint. 
 
Delaney lebt für ihren Job und ebenso fasziniert wie verstört von der Tatsache, dass sie sich zu Tighe, einem Mann, der dem umgehenden Serienmörder bis aufs Haar zu gleichen scheint, hingezogen fühlt. Dennoch ist Tighe ihr einziger Hinweis auf den Mörder und traut ihren Gefühlen für Tighe nicht – zumal sie ihn erst seit ein paar Minuten kennt. Als er sie dann auch noch entführt, um ihre Mitwirkung bei der Jagd nach seinem “angeblichen Zwillingsbruder” zu erzwingen, ist für Delaney der Spaß vorbei und die Jagd nach dem Serienkiller in die nächste Runde übergegangen. 
 
Als die Visionen, die bei der Suche nach dem Klon helfen sollen, drohen Delaney zu übermannen, versucht Tighe sie stets in seiner Nähe zu behalten, um ihr den Schmerz abzunehmen, denn er ist nicht damit einverstanden, zu prüfen, ob er tatsächlich die Visionen wieder zurückbekommt, wenn er sie tötet, denn von Minute zu Minute beginnt sie ihm mehr zu bedeuten. Während ihrer gemeinsamen Suche nach dem Mörder kommen die beiden sich natürlich näher – und so kommt auch der Mörder Delaney immer näher und entführt sie aus den Reihen der Krieger… 
 
Erst als Delaney verschwindet und die Krieger beginnen zu verstehen, wie der Klon sie hat entführen können, beginnt die Hetzjagd, denn nun scheinen sie zu wissen, nach welchen Anhaltspunkten sie Ausschau halten müssen. 
 
Kann Tighe Delaney rechtzeitig finden? Wie schafft es der Mörder/Klon stets unerkannt vom Tatort zu erkunden? Wird Tighe ihn töten können oder wird er wieder entkommen? 

 

Meinung:

Wenn ich schon Bedenken hinsichtlich des ersten Bandes der Krieger des Lichts-Reihe hatte, so haben sich zeitweise noch schwerwiegendere Bedenken hinsichtlich des zweiten Bandes “Ungezähmte Begierde” von Pamela Palmer eingestellt. Anscheinend scheint die Autorin vernarrt in die Idee zu sein, ihre jeweiligen Protagonistinnen entführen zu lassen, die alle urplötzlich eine Art von Stockholm-Syndrom entwickeln. Ein Mal kann ich diese Idee akzeptieren und auch nachvollzeihen, aber zwei Mal hintereinander ist einfach ein Mal zu viel. Oder wie seht ihr das? 


Zwar habe ich mich auf die Geschichte von Tighe und Delaney gefreut, da ich ihn im ersten Band bereits in mein Leserherz geschlossen hatte, doch leider wurden meine Erwartungen nicht einmal ansatzweise erfüllt, was ich sehr bedaure. 

In dem schon von der Autorin bekannten Erzählstil, erzählt diese die Geschichte von Tighe und Delaney größtenteils aus deren Perspektive. Aber dieses Mal durften sowohl der Klon als auch Paenther und Foxx ein wenig ihre Karten auf den Tisch legen. Doch auch, wenn ich die eigentliche Grundidee wiederum für potentiell halte, so ist die Umsetzung doch nicht das, was ich erwartet habe. Tighe kannte ich bereits als einen sehr charmanten und leicht verspielten Charakter, was ihm allerdings im zweiten Band völlig abhanden zu kommen scheint. Mit Delaney, die ja durch ihre Lebenserfahrungen geprägt ist, habe ich eine starke Protagonistin erwartet, was leider absolut nicht der Fall. Kaum begegnet sie Tighe, scheint sie diesem mit Haut und Haaren verfallen zu sein. Trotz ihres anfänglichen Sträubens dauert es nicht lange, bis auch sie sich ihrem Verlangen hingibt. 
 
Im zweiten Band wirkte die Entwicklung der Beziehung zwischen Tighe und Delaney noch unrealistischer als im ersten Teil die zwischen Lyon und Kara, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass hier die Handlung sich wieder nur über seinen sehr kurzen Zeitraum, zwei oder Tage, erstreckt. Wer würde sich schon aus rein logischen Gesichtspunkten dafür entscheiden, mit jemandem, den man erst seit ein paar Tagen kennt, der einen verraten hat und wegen dem durch Hölle gegangen ist, auch noch die Ewigkeit zu verbringen? Auch das Wundenlecken, in Form vom Heilen von seelischen Verwundungen, ging mir einfach zu schnell und wirkte surreal, denn eine seelische Verwundung, die man schon seit Jahren, Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten mit sich herumschleppt, heilt nicht einfach so von heute auf morgen. 
 
Zwar hat die Autorin es geschafft die beiden Protagonisten etwas von ihrer Oberflächlichkeit zu befreien, indem sie ihnen einen Background gegeben hat, aber gerade durch diesen kreierten Hintergrund, der nicht mit der Handlung und eigentlichen Charakterisierung der Charaktere konform zu gehen scheint, verlieren diese sehr an Charme und Charisma – insbesondere Tighe. 
 
Beim hier vorliegenden zweiten Teil der Reihe würde ich allerdings absolut darauf abstellen, dass eine Altersempfehlung ab 16 Jahren zu beachten ist, denn hier gibt es zwar auch die eine oder andere Liebesszene zwischen den Protagonisten, diese sind aber dieses Mal nicht der Grund für meine Ansicht einer Altersempfehlung, sondern die Beschreibung der grausigen, blutigen und zeitweise doch schon magenumdrehenden Mordszenerien, bei denen ich persönlich eher an Abschlachtung als an Mord denke. 

 

Bewertung:

Ein enttäuschender zweiter Band, der zwar unterhaltsam war, aber mich nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Die Entwicklung der Geschichte sowie der Umsetzung und auch das Charaktersetting lassen hier noch mehr zu wünschen übrig als schon im ersten Band. “Ungezähmte Begierde” ist eindeutig nur was für Fans der vorliegenden Reihe. Wirklich bedauerlich, da Tighe ein Charakter mit Potential ist. 



Im Juli 2011 erscheint der dritte Band der Reihe und wird die Geschichte von Paenther erzählen, die mich persönlich zwar schon reizen würde, da sie im zweiten Band schon leicht angedeutet wurde, allerdings werde ich einige Rezensionen abwarten, ob der nachfolgende Band dann überhaupt meinen Geschmack trifft. 

Infos zur Reihe:
  1. Ungezähmtes Verlangen (bereits erschienen)
  2. Ungezähmte Begierde (bereits erschienen)
  3. Ungezähmte Leidenschaft (Juli 2011)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen