18.04.2011

[Review] James, Eloisa - When Beauty Tamed The Beast

Taschenbuch
Erschienen: 2011
Sprache: Englisch
Seiten: 372
Verlag: Avon
ISBN: 978-0-06-202127-4
Preis: ca. 5,70 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren






Über die Autorin:

Eloisa James is the author of 19 award-winning romances. She’s also a professor of English literature, teaching in New York City, where she lives with her family. With two jobs, two cats, two children, and only one husband, she spends most of her time making lists of things to do – letters from readers are a great escape! 


Klapptext (Buchrückseite):

Miss Linnet Berry Thrynne is a Beauty…
Naturally, she’s betrothed to a Beast. 

Piers Yelverton, Earl of Marchant, lives in a castle in Wales where, it is rumoured, his bad temper flays everyone he crosses. And rumor also has it that a wound has left the earl immune to the charms of any woman. 
 
Linnet is not just any woman. 
 
She is more than merely lovely: her wit and charm brought a prince to his knees. She estimates the earl will fall madly in love – in just two weeks. 
 
Yet Linnet has no idea of the danger posed to her own heart by a man who may never love her in return. 
 
If she decides to be very wicked indeed…
what price will she pay for taming his wild heart?


Inhalt:

Linnet Berry Thrynne ist eine Schönheit. Selbst ein Prinz hat einst sein Interesse an ihr bekundet, bis zu dem Tag, an dem er sich von ihr abgewendet hat. Zuerst weiß Linnet nicht, warum sich der Prinz und die gesamte Londoner Gesellschaft von ihr abgewendet haben. Erst als ihr Vater sie darauf anspricht, von wem sie denn ein Kind erwartet, weiß sie warum. Dass das Ganze natürlich hausgemachter Blödsinn ist, da Linnet noch Jungfrau ist, ist natürlich schwerlich zu beweisen. Nach reiflicher Überlegung ist ihr auch klar, weswegen die Leute auf den Gedanken gekommen sind, dass sie schwanger sein könnte. Ihre Kleiderwahl beim letzten Ball war nicht gerade… günstig. Durch die vielen Unterröcke, die zu dem Kleid gehörten, sah sie für umstehende tatsächlich etwas “umständlich” aus. 

Aber das Beteuern und Schwören, dass sie nach wie vor jungfräulich ist, helfen auch nicht gerade weiter bei der Suche nach einem Ehemann und dem Gerücht im Nacken, sie sei schwanger. Da kommt ihre Tante auf die Idee, Linnet mit Piers Yelverton zu verheiraten, der ja den Gerüchten zufolge keine Kinder zeugen kann. Zudem ist Yelvertons Vater sehr auf königliches Blut erpicht und würde dankbar dafür sein, dass solches durch die Adern seines “Enkels” fließt. 
 
Nach einigem Hin und Her bespricht Linnets Vater die Situation mit dem von Piers und die beiden Herren kommen zu einer Einigung. Linnet ist ab sofort mit Piers verlobt und wird zu ihm nach Wales, in dessen Schloss, ziehen. Dort angekommen, ist sie allerdings überrascht, feststellen zu müssen, dass Piers überhaupt nicht das ist, was sie erwartet hat. Er sieht gut aus, ist intelligent, arbeitet als Arzt und nutzt sein Schloss als Hospital. Zudem ist er mürrisch, miesepetrig und ist nicht nur mit einer körperlichen Wunde aus Kindertagen gestraft, sondern auch mit seelischen. Linnet hat sich selbst ein Ziel gesetzt: Er soll sich in sie verlieben – und das innerhalb der nächsten zwei Wochen. 
 
Piers ist erstaunt, dass sein Vater ihm eine Braut serviert, die tatsächlich seine Beschreibung von Schönheit übertrifft. Er ist fasziniert, dass diese junge Frau anscheinend nicht nur hübsch, sondern auch nicht auf den Mund gefallen ist und einen wachen Geist hat. Schnell werden die Grenzen abgesteckt, und Piers und Linnet verstehen sich von Beginn an auf ihre Art und Weise: sie necken sich, sie ärgern sich und sie reden miteinander. Linnet ist von Piers Arbeit fasziniert und lenkt ihr Augenmerk auf dessen Patienten und wie man deren Aufenthalt besser und angenehmer gestalten kann. Sie bringt eigene Ideen mit ein und bespricht diese mit Piers. Nach und nach erkennt Piers die logischen Vorteile darin, ihren Ideen nicht nur ein Ohr zu leihen, sondern diese auch umzusetzen. 
 
Während die beiden sich nicht nur über seine Arbeit näher kommen und sich privat anscheinend immer besser verstehen und ihrer Anziehung Stück für Stück nachgeben, bricht um die beiden herum das Chaos aus. Eine Epidemie befällt die Menschen im Schloss von Piers und in der näheren Umgebung. Er und seine “Ducklings” sind bemüht die Epidemie einzudämmen und so viele Leben wie möglich zu retten. Um das Leben von Linnet und seinen Eltern zu retten, schickt er diese fort. Doch seine Eltern weigern sich, ihn in seiner schwersten Stunde als Arzt allein zu lassen und quartieren sich in einem kleinen Haus auf seinem Grundstück ein. Sich voll und ganz auf seinen Job konzentrierend und den Streit mit Linnet verdrängend, findet er eine Möglichkeit gegen die Epidemie vorzugehen und einem Großteil der ihn aufsuchenden Patienten das Leben zu retten. 
 
Doch innerlich von einer Unruhe befallen, macht er sich auf den Weg, Linnet zu finden und sicherzugehen, dass es ihr gut geht. Aber er kann sie einfach nicht finden. In der Gaststube, in der die Angestellten seines Vaters erwartet wurden, ist Linnet nie angekommen. Auf der Suche nach ihr kommt ihm die Idee, den anderen Weg, den die Kutsche genommen haben könnte, zu überprüfen und muss eine schreckliche Entdeckung machen. Linnet ist ebenfalls an der Krankheit erkrankt und liegt im Sterben. Kann Piers sie dennoch retten? 

 

Meinung:

Eigentlich wollte ich ja nur mal einen kurz Blick in “When Beauty Tamend The Beast” von Eloisa James werfen und konnte dann das Buch nicht mehr aus den Händen legen. 


Die Idee von Linnet in einem Kleid, was sie schwanger aussehen lässt, war etwas ungewöhnlich und zu anfangs gewöhnungsbedürftig. Doch schnell hatte ich mich an diese Idee gewöhnt und versucht meine Skepsis darüber zu überwinden, was mir allerdings sehr schwer gefallen ist. Doch schon als Linnet und Piers das erste Mal aufeinandertreffen, ist dies bei mir in weite Ferne gerückt. Die verschiedenen Neckereien der Protagonisten in Form von Schlagabtauschen haben mir als Leser zudem zusätzlich ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. 

Linnet ist für eine junge und gebildete Frau ihres Standes eher ungewöhnlich, da sie zeitweise – und das hatte ich als Leser so im Gefühl – von ihrer eigenen Schönheit zu sehr geblendet und eingenommen gewesen ist. Ihre Einstellung, dass sie mit ihrer Schönheit alles erreichen könnte, wenn sie nur wollte, ist ihr dann auch gleich zu anfangs auf die Füße gefallen. Piers ist zwar von Beginn an von ihrer Schönheit bezaubert, aber erst als er selbst erkennt, dass hinter der schönen Fassade mehr steckt, beginnt er sich auf sie einzulassen. Das Knistern zwischen den beiden, wenn sie aufeinandertreffen ist wirklich nicht zu übersehen und ich habe es wirklich genossen. Alle beide haben sich ja bereits von Anfang zueinander hingezogen gefühlt, aber keiner von beiden wollte dem nachgeben, aus Angst sich emotional an den anderen zu binden. 
 
Dass die Autorin mit den beiden nicht nur ungewöhnliche und sympathische Charaktere geschaffen hat – wenn dies auch bei Linnet zeitweise wirklich grenzwertig war -, sondern diese auch nicht so flach umgesetzt waren, wie man es zeitweise aus anderen Romanen dieser Kategorie kennt, traf meine volle Zustimmung als Leser. Beide – Linnet und Piers – haben eine Vergangenheit. Linnets ist bereits von Anfang offen und man erfährt als Leser, dass Linnet die Schönheit ihrer Mutter geerbt hat, was diese anscheinend auch bis zu ihrem Tod genutzt hat, um sich regelrecht mit Liebhabern einzudecken. Linnet ist nicht so freizügig in sexueller Hinsicht, darin ist sie eher zugeknöpft, wenn aber auch neugierig. Piers Vergangenheit und der Grund für seine Verletzungen – seelischer wie körperlicher – wird Stück für Stück freigelegt, auch wenn man als Leser bereits sehr früh eine Ahnung hat, was geschehen sein könnte. Dieses was und wie es weitergeht, gerade auch in Bezug auf Piers und der Beziehung zu seinem Vater, sind ein Grund dafür, warum mich diese Geschichte so gefesselt hat. Zudem wollte ich unbedingt wissen – auch wenn es wohl klar war -, ob Piers seine Geliebte noch rechtzeitig finden kann. Es war einfach spannend und fesselnd durch die Autorin wiedergegeben. 
 
Ebenfalls bezaubert hat mich an dieser Stelle, dass die Autorin hier nicht nur die Geschichte von Piers und Linnet, sondern auch die von Piers Eltern mit aufgearbeitet hat. Dieser Teil der Geschichte war schön mit anzusehen, da mir beide Elternteile seit ihrem ersten Auftritt sehr sympathisch gewesen waren, sowie auch deren ständiges Umeinanderherumschleichen, was mir zusätzlich ein Grinsen abgerungen hat. Es ist zwar auch hier eindeutig gewesen, wie die Geschichte dieser beiden sympathischen Nebencharaktere ausgeht, dennoch war mein Leserherz sehr von der Idee, diese Geschichte mit einfließen zu lassen, angetan. 
 
Die Geschichte von Piers und Linnet enthält alles, was man sich für einen historischen Roman als Leser nur wünschen kann: sympathische Charaktere, eine leichte, aber nicht zu seichte Geschichte, und einer Handlung, die man so hätte nicht erwartet. Ich jedenfalls nicht. Wer würde auch beim Lesen des Klapptextes darauf kommen, dass Piers Arzt ist und in seinem walisischen Schloss Patienten betreut? Ich jedenfalls nicht. 

 

Bewertung:

Ein spannender historisches Liebesroman, der alles hat, was ein Leserherz glücklich macht: Liebe, Spannung, und sympathische und ungewöhnliche Charaktere. 


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