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[Review] Aiken, G.A. - Dragon Kiss

Taschenbuch
Erschienen: 2010
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Dragon Actually
Seiten: 427
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-26763-2
Preis: 9,95 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren





Über die Autorin:

G.A. Aiken lebt an der Westküste der USA und verbringt die meiste Zeit mit Schreiben und dem Versuch, ihren Hund daran zu hindern, sich von der Leine loszureißen. In den letzten Jahren hat sie mit ihrem Vollzeitjob als Leiterin einer Verlagsmarketingabteilung regelrecht jongliert, um in jeder Mittagspause, mitten in der Nacht und am Wochenende ihre Bücher zu verfassen. 


Klapptext:

Die schöne und toughe Kriegerin Annwyl kennt nur ein Ziel: Ihr Volk vor ihrem machtgierigen Bruder bewahren. Während eines Kampfes schwer verwundet, wird sie ausgerechnet von dem schwarzen, allseits gefürchteten Drachen Fearghus gerettet. Annwyl stellt schnell fest, dass man diesen Drachen nicht zum Feind haben möchte. Doch was, wenn man sich in ihn verliebt? Annwyl gegenüber zeigt sich Fearghus unverhofft sanftmütig. Und dann findet die junge Frau heraus, dass unter diesen Schuppen mehr steckt als ein feuerspeiender Drache… 


Inhalt:

Annwyl (die Blutrünstige) führt seit zwei Jahren einen erbitterten Kampf gegen ihren Bruder und somit gegen seine tyrannische Herrschaft. Unerwartet gerät sie mit einigen ihrer Männer in einen Hinterhalt gegnerischen Soldaten und muss um ihr Überleben kämpfen. In diesem Kampf wird sie jedoch tödlich verwundet. Nur noch schwach bekommt sie mit, warum die feindlichen Soldaten Reißaus nehmen und plötzlich in Flammen aufgeben. Als sie sich unerwartet und der Quelle gegenübersieht, ist sie schockiert, einen riesigen schwarzen Drachen hinter sich zu finden, der sie ganz erstaunt ansieht. Ihr ist klar, dass die Verletzungen, die sie im Kampf davon getragen hat, schwerwiegender sind und eine Flucht somit aussichtslos. Sie ergibt sich in ihr bevorstehendes Schicksal und die Welt um sie herum versinkt in Dunkelheit…

Fearghus (der Zerstörer) wurde von dem Kampfeslärm vor seinem Höhleneingang geweckt, um seine Höhle und die sich darin befindenden Schätze zu schützen, beschließt der Drache nachzusehen. Als er die Soldaten auf ihrer Flucht gegrillt hat, muss er feststellen, dass einer der Menschen nicht die Flucht ergriffen hat und ihn gebannt anstarrt. Die junge Frau scheint vollkommen furchtlos zu sein, bevor sie aufgrund ihrer schweren Verletzungen das Bewusstsein verliert. Fearghus entschließt sich der jungen Frau zu helfen und bittet eine “befreundete” Hexe um Hilfe. 

Annwyl kann nicht fassen, dass sie immer noch lebt und in der Höhle des Drachen auf einem Bett liegt und zudem auch noch von einer Hexe gepflegt wird. Hin und wieder lässt sich auch der Drache blicken, der ihre Wutausbrüche zu genießen scheint. Annwyl ist fasziniert von dem Drachen und lernt ihn immer besser kennen, was ihm nicht nur ihr Vertrauen und ihre Loyalität sichert, sondern auch ihre Zuneigung. 

Schon nach kurzer Zeit ist Fearghus klar, dass Annwyl den Kampf gegen ihren Bruder nur gewinnen kann, wenn sie ihre Wut und Angst in den Griff kriegt. Doch als Drache kann er ihr schlecht Kampftraining erteilen. Also entschließt sich er sich dazu, seine magischen Fähigkeiten zu nutzen, um in seiner menschlichen Gestalt ihr zu helfen. Doch womit er nicht gerechnet hat, ist die Faszination und Anziehungskraft, die sie aufeinander auszuüben scheinen, und noch weniger sein eigenes Verlangen und Ablehnung Annwyls auf seinen menschlichen Körper in Form des “Ritters”, da diese nix davon ahnt, dass der Drache seine Gestalt wandeln kann. 

Wird es Fearghus gelingen Annwyl auf den Kampf gegen ihren Bruder vorzubereiten? Wird er sein eigenes Verlagen, Annwyl zu besitzen, unterdrücken können? Wird Annwyl letztendlich ihr Volk von ihrem Bruder befreien können und wird sie Fearghus‘ Geheimnis des Gestaltwandelns entdecken? Wenn ja, wie wird sie damit umgehen? 


Meinung:

Schon als Kind habe ich Drachen und die Erzählungen über sie gemocht, doch heute liebe ich sie und freue mich sehr darüber, dass sie langsam ihren wohlverdienten Einzug in die Literatur erhalten. Neben Katie MacAlister mit ihrer Dragon-Love-Reihe hat es nun auch G.A. Aiken geschafft, mich mit ihrer Drachen-Reihe in den Bann zu ziehen. 


Altersempfehlung
Da dieser wirklich sehr fesselnde, faszinierende, charmante und humorvolle Roman nicht nur im Fantasy-Bereich anzusiedeln sei, sondern auch zeitweise sehr erotische Aus-/Einblicke gewährt und zudem auch wirklich grausame bis blutrünstige Szenen beinhaltet, vertrete ich persönlich die Auffassung, dass man hier eine Altersempfehlung ab 16 Jahre in Betracht ziehen sollte. Auch wenn der Humor, der einem zeitweise wirklich die Lachtränen in die Augen treibt, die Stimmung hebt und besagte Szenerien in den Hintergrund rücken lässt, sind sie dennoch vorhanden und sollten entsprechend mit Beachtung finden. 

Sprache/Umsetzung
Die Geschichte wird durch die Autorin wirklich mit einer sehr anschaulichen und emotionalen Sprache erzählt, sodass sie einen wirklich von der ersten bis zur letzten Seiten in ihren Bann zieht. Auch punktet G.A. Aiken hier zeitweise mit wirklich sehr amüsanten Szenerien und Dialogen, die mich wirklich zum Lachen gebracht haben. Denn trotz der doch recht düsteren Stimmung, die hauptsächlich dadurch entsteht, dass die Handlung im Mittelalter spielt, bringt es die Autorin fertig, die Stimmung durch ihre angemessen humorvolle Art zu heben. 

“Die Muskeln lösten sich unter seinen Fingern, und sie merkte, wie sie sich entspannte… widerwillig.
“Du kennst meinen Namen immer noch nicht, weißt du das?”
“Ich will ihn immer noch nicht wissen.” Wenn sie mit Fearghus die Höhle verließ, wollte sie diesen Mann nie wiedersehen. Zumindest redete sie sich das ein.
“Was für ein schwieriges Mädchen.”
“Ich bin wohl kaum ein Mädchen!”
“Oh. Entschuldige. Ist dir alte Jungfer lieber?”
(S. 74; Anmerkung: Fearghus massiert in Gestalt des „Ritters“ Annwyl den Rücken)

“Und Annwyl: Denk dran, was ich dir gesagt habe.”
“Ich soll meine rechte Seite schützen?”
“Nein.”
“Mit der linken antäuschen?”
“Nein.”
“Hübscher Hintern?”
“Nein!” Sein ärgerliches Knurren entlockte seiner Frau nur ein honigsüßes Kichern.
“Ich soll meine Wut unter Kontrolle halten, mein Herz?”
“Herablassende Kuh!”
(S. 216/217)

Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der Perspektive von Annwyl und Fearghus. Nebenher, aber seltener, wird die Geschichte mal aus der Perspektive von Brastias (Annwyls General), Morfyd (besagte “Hexe”), Gwenvael (Bruder von Fearghus), Lorcan (Bruder von Annwyl) oder dem bösen Hexer, der Lorcan zur Seite steht, erzählt.

Charaktere
Man mag es zwar kaum glauben, doch trotz ihrer eigenen, riesigen Drachenwelt, und den dazugehörigen vielen Charakteren, schafft es die Autorin die Charaktere – allesamt, ausschließlich der bösen – sympathisch, liebevoll und lebendig erscheinen zu lassen – und zudem auch übersichtlich zu halten. 

Trotz ihrer unbändigen Wut und der darauffolgenden Wutausbrüche, die ein Teil von Annwyl ist und der gleichzeitig auch mit ihrem Hass auf ihren Bruder und ihrer Angst vor diesem verbunden ist, sympathisiert man recht schnellt mit ihr. Erst Fearghus macht sie darauf aufmerksam, dass ihre Wut nicht nur ihre Stärke sein könnte, sondern auch bis dato ein Schwachpunkt darstellt, wenn sie diesen nicht in den Griff bekommt. Entschlossen sich nicht von ihrem Hass, ihrer Wut und Angst beeinflussen zu lassen, stimmt sie zu, sich von einem Bekannten von Fearghus in Kampftechniken unterrichten zu lassen. 

Fearghus hat da schon eher eigennützigere Hintergedanken. Denn er ist nicht nur fasziniert von Annwyl und möchte diese gern besitzen, nein, er ist verliebt und möchte, dass sie den Kampf gegen ihren Bruder gewinnt. Denn wenn Annwyl sterben sollte, würde Fearghus sich wieder in sein Schneckenhaus (Höhle) zurückziehen und sich bis in alle Ewigkeiten verstecken. Erst Annwyls Anwesenheit hat ihm verdeutlicht, wie einsam er wirklich ist und, dass er ihre Anwesenheit und die gemeinsamen Gespräche genießt. 

Neben den beiden Protagonisten, die beide ihre Stärken und Schwächen haben, gibt es noch eine Reihe von sehr liebevollen Nebencharakteren, auf deren Geschichte man schon sehr gespannt ist. Da wären zum einen Morfyd und Brastias, deren Geschichte sich anscheinend schon leicht abzuzeichnen scheint. Weiter wären da noch Gwenvael, der wirklich stets von einem Fettnäpfchen ins Nächste tritt, dann noch Eibhear, den ich schon jetzt sehr ins Herz geschlossen habe, und Briec und Keita, von denen man bisher leider nur sehr wenig mitbekommen hat. Neben Fearghus seinen Geschwistern haben natürlich auch seine Eltern einen kleinen Auftritt, wobei der von seinem Vater (Bercelak) wirklich zum Schreien ist. Von Bercelak und Rhiannon erfährt man allerdings noch etwas mehr, da anschließend an die Geschichte von Fearghus und Annwyl die Geschichte von Fearghus‘ seinen Eltern in Form einer Kurzgeschichte mit erfasst ist. Auch diese Kurzgeschichte ist nicht ohne und hat mir ausnehmend gut gefallen. 

Buchqualität/Covergestalt
Die einzigen beiden Punkte, die ich auszusetzen habe, ist, dass anscheinend der Buchrücken ein einmaliges Durchlesen nicht wirklich verkraftet und sich leicht „verzieht“. Was wirklich schade ist, da ich ständig Angst haben muss, dass mir das Buch entweder im Regal umfällt oder herausfällt. Außerdem sieht es dann nicht mehr wirklich gut aus, wenn sich der Buchrücken „verschiebt“. 

Und der zweite Punkt, der mir absolut nicht gefällt, ist der, dass das Cover wieder einmal nicht zur Geschichte passt. Die Protagonistin der Geschichte ist nicht rothaarig, weswegen ich absolut nicht nachvollziehen kann, warum hier eine Rothaarige für die Covergestaltung verwendet wurde. Da sich dies allerdings auf die nachfolgenden Bände anscheinend bereits ausgeweitet hat, und man daher erkennt, dass es zu einer Reihe gehört, werde ich zwar missmutig ein Auge zudrücken, aber ich drücke es zu. Mal ehrlich, lesen die Covergestalter eigentlich ein wenig in dem zu gestaltenden Buch oder lassen sich wenigsten die Handlung beschreiben oder eine ungefähre Richtung vorgeben? Ich habe nämlich überhaupt keine Ahnung, finde es aber immer schade, wenn man das Cover nicht mit der Geschichte in Verbindung bringen kann, wie es hier der Fall ist. 


Bewertung:

Charmant, erotisch und witzig. Ein Buch, das eindeutig süchtig macht und die Neugierde auf die nachfolgenden Bände weckt. 


Infos zur Reihe:
  1. Dragon Kiss (bereits erschienen)
  2. Dragon Dream (bereits erschienen)
  3. Dragon Touch (August 2011)

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