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[Review] Ashley, Anne & Marschall, Paula - Winterträume voller Sehnsucht

Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Erschienen: 2011
Seiten: 396
Verlag: Mira
ISBN: 978-3-89941-805-7
Preis: 7,95 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren 






Über die Autorinnen:

Mit großem Erfolg schreibt Anne Ashley seit vielen Jahren romantische historische Liebesromane, die in der Zeit des Regency, also zu Beginn des 19. Jahrhunderts, spielen. Sie überzeugt durch ihren mitreißenden Schreibstil und unvergessliche Charaktere. 

Als Bibliothekarin hatte Paula Marshall ihr Leben lang mit Büchern zu tun. Doch sie kam erst relativ spät dazu, ihren ersten eigenen Roman zu verfassen, bei dem ihre ausgezeichneten Geschichtskenntnisse ihr sehr hilfreich waren. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie fast die ganze Welt bereist. Ihr großes Hobby ist das Malen. 


Klapptext (Buchrückseite):

Hochzeit im Herrenhaus von Anne Ashley
Wie ein Märchenschloss wirkt Greythorpe Manor im winterlichen Schnee. Und wie ein Märchenprinz kommt Miss Annis Milbank der attraktive Viscount Deverel Greythorpe vor. Nur zu gern pflegt sie ihn, der von Unbekannten niedergeschlagen wurde, gesund. Schon beginnt sie von einer Hochzeit zu träumen, da muss sie mit ansehen, wie er auf einem Ball nur noch Augen für die Tochter der Gastgeber zu haben scheint… 

Der gewagte Antrag von Paula Marshall
Auf der Reise zu seinem Landsitz von Banditen überfallen, findet sich Lord Halstead auf Gut Campions wieder – ohne Gedächtnis. Während er sich im winterlichen Yorkshire auf dem Gestüt seiner bezaubernden Gastgeberin Elinor, Countess of Malplaquet, nützlich macht, entbrennt er in heißer Liebe zu der schönen Lady. Und muss sich eingestehen, dass sie für ihn, den Fremden ohne Namen, völlig unerreichbar ist… 


Meinung:

Jedes Buch dient dazu, seine Leser zu unterhalten; doch obliegt es jedem Leser selbst einzuschätzen, ob ihm die besagte Unterhaltung zusagt oder missfällt. Leider missfiel mir gänzlich die Unterhaltung, die mir in dem Doppelband “Winterträume voller Sehnsucht”, der die Geschichten “Hochzeit im Herrenhaus” und “Der gewagte Antrag” enthielt, von Anne Ashley und Paula Marshall zutiefst und hinterließ bei mir nicht nur einen bitteren Nachgeschmack, sondern auch noch Reue, für dieses Buch Geld ausgegeben zu haben. 
 
In der ersten Geschichte von Frau Ashley, die ja wirklich einen guten Ansatz für eine gute Geschichte bietet, wirken nicht nur die Charaktere durchweg leb- und lieblos, sondern auch die gesamte Geschichte fad, trocken und ohne jegliche Spannung. Man weiß als Leser von vornherein was geschieht und warum. Der Handlungsverlauf ist einfach gestrickt; es passiert nichts Unvorhergesehenes und ist einfach nur langweilig. 

Selbst zwischen den Protagonisten – hier Miss Annis Milbank und Viscount Deverel Greythorpe – gibt es keine einzige Szene (bis auf die kleinen Anspielungen, die der Viscount in Form von Kosenamen gibt), die darauf schließen lässt, dass die beiden tatsächlich irgendwann einmal zueinanderfinden bzw. überhaupt etwas füreinander empfinden. Dementsprechend plötzlich und kurz angebunden kommt das Ende, was auf mich als Leser einfach nur dahingeklatscht und kein bisschen durchdacht wirkte. Die Autorin lässt sich hier nicht einmal Zeit, eine zärtliche Beziehung zwischen den beiden entstehen zu lassen, sondern einfach nur eine auf den Leser gerade einmal gütlich formuliert freundschaftlich wirkende. 

Die Geschichte wird durch die Autorin in einem ziemlich schwülstigen Ton geschildert, der einen nach einer Weile nicht nur in den Augen brennt, sondern auch daran denken lässt, das Buch einfach zur Seite zu legen und zu vergessen, dass man es in seinem Regal stehen hat.

Die zweite Geschichte von Paula Marshall ist ähnlich. Zwar wirken hier die Charaktere nicht mehr ganz so leb- und lieblos wie in der ersten Geschichte von Frau Ashley, dennoch immer noch nicht wirklich gut durchdacht und umgesetzt. Auch wirkt die Geschichte an sich trocken und enthält absolut keine Spannungshöhepunkte – auch nicht in Bezug auf die beiden Protagonisten, Elinor und Halstead. 

Entgegen der ersten Geschichte gibt es hier eindeutige Szenen, die belegen, dass sich die beiden Protagonisten mögen und mehr voneinander wollen, als nur die Beziehung zwischen Herrin und Bediensteter. Wie und ob dies letztendlich tatsächlich umgesetzt wird, erfährt der Leser erst nahezu am Ende. 

Negativ im Gegensatz zu der ersten Geschichte ist anzumerken, dass nicht nur die durch die Autorin gewählte Sprache übertrieben schwülstig wirkt, und somit ziemlich nervenaufreibend, sondern sich auch hier nahezu die Rechtsschreibfehler mehren, die sich in Tippfehlern oder ausgelassenen Wörtern darstellen, was mich persönlich nach einer Weile wirklich ganz schön genervt und eindeutig dem Lesevergnügen Abbruch getan hat. Ich möchte jetzt einfach nur einmal anmerken, dass ich nichts gegen Tippfehler oder auch einmal gegen das ein oder andere ausgelassene Wort etwas einzuwenden habe – denn es passiert einem schließlich selbst auch einmal, wenn die Gedanken schneller als die Finger sind -, aber wenn sich diese zu sehr häufen, finde ich es schon eine Zumutung für die Leserschaft, dass ein solches Buchexemplar überhaupt auf den Markt gekommen ist, zumal es heutzutage mit Sicherheit schon genügend gute Korrekturprogramme gibt, die auf derartige Mankos hinweisen. 

Trotz allem hat auch die zweite Geschichte eindeutiges Potential, was absolut nicht genutzt wurde und ist somit auch ausbaufähig. Allerding kommt das Ende, genau wie in der ersten Geschichte, einfach nur so daher und wirkt undurchdacht und wie ein Lückenfüller, weil der Autorin zu diesem Zeitpunkt einfach kein besseres Ende eingefallen ist. 

Aber eine Gemeinsamkeit haben beide Geschichten noch: es gibt in beiden einen Gegenpart, der versucht, den jeweiligen Protagonisten der Geschichten das Leben schwer zu machen, und kein sehr schönes, und ebenso erwartetes, Ende findet. 

Wie ich bereits einleitend darauf hingewiesen habe, ist es jedem Leser selbst überlassen, wie er die Unterhaltsamkeit eines Buches oder einer Geschichte einschätzt und ich habe mich, aufgrund der hier aufgezählten Beschreibungen und Einschätzungen meinerseits, dazu entschlossen, dass dieses Buch und die somit darin enthaltenen Geschichten keine sehr gute Unterhaltung sind und somit eindeutig nicht als lesenswert zu deklarieren sind. 


Bewertung:

Potentiell interessante Geschichten, die mit einer erschreckend schlechten Umsetzung sowie leb- und lieblosen Charakteren daherkommen und somit deutlich als nicht lesenswert zu deklarieren sind. 

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