26.12.2010

[Review] Stanton, Mary - Im Namen der Engel (Die überirdischen Fälle der Bree Winston #1)

Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Erschienen: 2010
Seiten: 379
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-26723-6
Preis: 8,95 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 






Über die Autorin:

Mary Stanton schreibt Mystery-Thriller ebenso gern wie romantische Fantasy. Mit ihrer Bestsellerserie um Bree Winston, die smarte Anwältin der Engel, verbindet sie beide Genres auf meisterhafte Weise. Wenn Mary Stanton nicht schreibt, verbringt sie ihre Zeit auf ihrer kleinen Ziegenfarm im Staat New York oder in ihrem Haus in Florida. 


Klapptext:

Bree Winston-Beaufort ist jung, schön und erfolgreiche Anwältin. Als ihr Onkel unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, vererbt er ihr seine Kanzlei in Savannah. Doch ihre Mitarbeiter und ihre Klienten sind alles andere als gewöhnlich. Ihr erster Fall beginnt mit dem Anruf eines erfolgreichen Geschäftsmannes – Stunden nach dessen Tod. Bree macht sich auf die Suche nach seinem Mörder und gerät dabei selbst in große Gefahr. Nur mithilfe ihres treuen Hundes Sascha und des überirdisch gut aussehenden Gabriel Striker wird Bree den Fall lösen können… 


Inhalt:

Brianna Winston-Beaufort ist blond, hübsch und Anwältin. Seit fünf Jahren arbeitet sie bereits in der Kanzlei ihres Vaters und ist eigentlich ziemlich froh über die Abwechselung und Chance, die ihr geboten wird, als sie die Gelegenheit bekommt, die Kanzlei ihres Onkels, der unter wirklich merkwürdigen Umständen gestorben ist, zu übernehmen und auch abzuwickeln. 

Doch schon kurz nach ihrer Ankunft muss Brianna, kurz von allen nur Bree genannt, feststellen, dass die Kanzleiräume ihres Onkels dringend renovierungsbedürftig sind – nachdem sie ausgebrannt sind. Und so macht sie sich auf die Suche nach günstigen und passenden Räumen und lernt so die ältere Dame Lavinia Mather kennen, die ihr ein sehr günstiges Angebot macht für Räumlichkeiten in der untersten Etage ihres Hauses, welches Bree natürlich annimmt, auch wenn der Mörderfriedhof nebenan doch etwas unheimlich ist. 

Unterstützung erhält Bree auch noch ungeahnt von ihrem ehemaligen Jura-Professor, der ihr Briefpapier und ein Handy zuschickt, auf dem Bree auch gleich einen Anruf von einem sehr reichen und zugleich verrufenen Geschäftsmann, der im Baugeschäft tätig ist, erhält – allerdings gibt es da ein kleines Problem: der Mann ist seit mehreren Stunden tot und Bree hat den Anruf nach dessen Tod erhalten. Da Bree sich mit den Dingen, die unmöglich sein können, nicht auseinandersetzen will, vermutet sie einen Scherz ihres Professors, ihrer Schwester oder sogar ihres Ex-Freundes, Payton der Ratte. 

Auf ihrer Suche nach einer geeigneten Bürokraft für ihre Kanzlei erhält sie gleich doppelt Unterstützung durch Petru und Ron, die gleich zu Anfangs den Eindruck erwecken, als wenn sie selbst mehr über Bree und ihre Bestimmung wüssten als Bree selbst – was auch tatsächlich der Fall ist. Ron und Petru unterstützen Bree mit ihren Ratschlägen und Recherchen, auch wenn manchmal unklar ist, wie sie an die jeweiligen Informationen herangekommen sind. Auch Miss Mather, kurz Lavinia genannt, hilft bei kritischen Fragen Ansätze aufzugeben, wie man die Sache handhaben könnte. Und letztendlich ist da noch Sascha, den Hund, den Bree an dem Tag rettete als sie die Räumlichkeiten von Lavinia mietete sowie ein ständig auf mysteriöse Weise auftauchender Privatdetektiv namens Gabriel Striker. 

Kaum hat sie ihre Kanzleiorganisation einigermaßen gemanagt und ihre Kanzlei eingerichtet, vermittelt ihr ihr ehemaliger Professor eine Klientin, die behauptet, sie werde von ihrem verstorbenen Geschäftspartner (vermeintlicher Anrufer Brees) heimgesucht und erbittet nun Hilfe von Bree, die herausfinden soll wer ihn umgebracht hat. Nur widerwillig nimmt sie den Auftrag an. Während “ihrer Recherchen” muss sie sich auch mit ihrem Ex-Freund Payton sowie dessen Chef, einen Seniorpartner einer großen Anwaltskanzlei, auseinandersetzen. Was allerdings zu etwas merkwürdigen Situationen führt, in denen ein plötzlich auftretender Sturm und das mysteriöse Auftreten eines gewissen Privatdetektives eine nicht unerhebliche Rolle spielen. 

Kann Bree herausfinden wer ihren vermeintlichen Klienten umgebracht hat und warum? Was hat es mit diesem Mörderfriedhof auf sich? Warum kann kein Lebender bzw. normaler Mensch ihre Kanzlei in der Angelus Street 66 finden? Wer ist sie wirklich? Und wer sind ihre Angestellten in Wirklichkeit? 


Meinung:

Ich habe mich aufgrund der Beschreibung der Story wirklich auf “Im Namen der Engel”, den ersten Band der Reihe um die Anwältin Bree Winston, von Mary Stanton darauf gefreut, dieses Buch zu lesen, was sich letztendlich als reine Katastrophe und nahezu totaler Misskauf entpuppt hat. 
 
Erst einmal passt die Betitelung des Buches nicht wirklich meiner Ansicht nach, denn Bree vertritt vor dem Himmlischen Gerichtshof keine Engel, sondern Verdammte, die aufgrund einer begangenen Todsünde im Fegefeuer schmoren sollen. Und andererseits passt auch der Untertitel “Die überirdischen Fälle der Bree Winston” nicht wirklich, da diese eigentlich Brianna Winston-Beaufort heißt und meistens auf den Nachnamen Beaufort besteht. 

Nachdem ich mich jetzt erst einmal über die Betitelung ausgelassen habe, wende ich mich als nächstes dem Erzählstil der Autorin zu, der wirklich – mag es nun an der Übersetzung liegen oder nicht – nicht einfach handzuhaben ist. Es wird dem Leser wirklich nicht gerade einfach gemacht, überhaupt in die Geschichte hineinzufinden, denn die erste Zeit ist man als Leser wirklich verwirrt und wundert sich, was denn nun eigentlich Sache ist und welchen ungeeigneten Einstieg die Autorin für die Erzählung ihrer Geschichte gewählt hat. Ich habe wirklich lange gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden und als ich dann letztendlich drin war, bin ich auch schon wieder hinausgeflogen, da sich die Geschichte gezogen und gezogen hat und man wirklich als Leser schon wirklich nahe dran war, der Protagonistin eine reinzuhauen, weil diese sich zeitweise wirklich dämlich angestellt hat – aber dazu gleich mehr. Es ist zwar an der eigentlichen Geschichte ein wirklich guter Ansatz zu erkennen, aber wie erwähnt, ist die Umsetzung derart katastrophal, dass das Lesen absolut keinen Spaß gemacht hat. 

Die Protagonisten soll eine junge, hübsche, blonde und zugleich intelligente junge Anwältin sein, die die Welt praktiktischerweise nur in Schwarz- und Weißtönen unterteilt und alles was dazwischen liegt einfach mal in ihren Hinterkopf platziert bzw. vollkommen ignoriert. In einigen Rezensionen konnte ich zeitweise die Charakterbetitelungen von dumm bis ignorant finden und diesen kann ich mich teilweise wirklich anschließen, denn Bree würde nicht einmal glauben, dass beispielsweise Schweine fliegen könnten, wenn eines an ihr vorbeifliegen würde – sie würde es nämlich konsequenterweise einfach ignorieren bzw. sich weigern es wahrzunehmen, weswegen ich statt ignorant zeitweise das Adjektiv wahrnehmungsgestört verwenden würde. Ich würde jetzt gerne behaupten, dass Leute, die eigentlich Jura studiert haben nicht wirklich dumm sind, aber Bree beweist, dass sie eindeutig nicht wirklich ziemlich clever ist und mehr durch Glück als Verstand ständig in die richtige Richtung gelangt und zudem auch durch die Unterstützung ihrer Angestellten. Alles in Allem ist Bree keine sehr sympathische Protagonistin und dies macht es einem als Leser wirklich nicht einfach, sich mit der Geschichte an sich auseinandersetzen zu wollen.
Einzig sehr liebevoll empfand ich die Nebencharaktere Lavinia, Ron, Petru, Sascha, Gabriel und sogar einen bisher nicht erwähnten Polizeibeamten namens Sam. Aber bis auf diese wenigen Charaktere, die zwar allesamt immer noch recht oberflächlich – wie auch die Protagonistin selbst – ausgearbeitet sind, bieten diese immer noch einen gewissen Charme, der der Protagonistin eindeutig nicht zugeordnet werden kann. 

Schwach empfand ich auch, dass Bree den Hund, den sie aus einer Falle gerettet hat meistens einfach nur als Hund oder Hündchen ruft und erst später darüber stolpert, dass es eigentlich mal an der Zeit wäre dem Hund einen Namen zu geben. Und selbst als klar ist, dass der Hund Sascha heißt, ruft sie ihn zeitweise immer noch “Hund” oder “Hündchen”. Also wirklich, das lässt meiner Meinung nicht gerade auf Tierliebe schließen. 

Ich hoffe wirklich, dass sich der zweite Teil der Geschichte um Bree noch steigert, was bisher allerdings nicht so aussieht, da ich statt des zweiten Teils lieber “Smaragdgrün” von Kerstin Gier und die restlichen Bände der Bridgerton-Familie von Julia Quinn dazwischen geschoben habe, als diesen weiterzulesen. Aber abwarten, vielleicht überrascht Mary Stanton einen ja noch mit dem zweiten Band. 


Bewertung:

Interessante Ansätze, verdammt schlechte Umsetzung und eine unsympathische Protagonistin, die nicht dazu einladen, dieses Buch weiterzuempfehlen. 


Infos zur Reihe:
  1. Im Namen der Engel (bereits erschienen)
  2. Anwältin der Engel (bereits erschienen)

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