02.09.2010

[Review] Mallery, Susan - Gracie in Love

Taschenbuch
Erschienen: 2010
Sprache: Deutsch
Seiten: 348
Verlag: MIRA
ISBN: 978-3-89941-721-0
Preis: 8,95 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 






Über die Autorin:

New York Times-Bestseller-Autorin Susan Mallery hat bisher über vierzig Bücher veröffentlicht. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie im sonnigen Süden Kaliforniens, wo es ganz normal ist, dass Leute ein bisschen verrückt sind, und eine exzentrische Autorin nicht weiter auffällt. Sie hat zwei wunderhübsche, aber nicht sehr kluge Katzen, einen Hund und den nettesten Stiefsohn der Welt. 


Die Geschichte:

Gracie Landon ist 28 Jahre alt und eine recht bekannte Hochzeitstortenkreateurin, weswegen sie von ihrer Schwester Vivian zurück nach Los Lobos geholt wird, damit diese für sie eine Hochzeitstorte backen und zudem auch noch bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen kann. Da gibt es allerdings ein Problem: Gracie ist in Los Lobos eine Legende und war seit 14 Jahren nicht mehr daheim. Kaum angekommen, wird sie von den Leuten auf ihre Vergangenheit angesprochen, die seinerzeit in der städtischen Lokalzeitung unter der Rubrik “Die Gracie-Chroniken” veröffentlicht worden war. 


Dazu muss man erwähnen, dass Gracie als 14-jähriges Teenager-Girl auf den Nachbarsjungen Riley Whitefield total abgefahren ist und die wirklich schrägsten Dinge getan hat, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Damals ist dann ein Reporter auf Gracie aufmerksam geworden und hat sämtliche ihrer Aktionen in der Zeitung veröffentlicht – ganz zum Scham ihrer gesamten Familie. Eine ihrer bekanntesten Aktionen war wohl, dass Gracie die Türen und Fenster des Hauses einer damalige Freundin ihres Schwarms mit Brettern vernagelt hat, nur damit diese nicht zu einem Date mit besagtem Schwarm gehen kann. ^^

Heute allerdings ist Gracie erwachsen und schämt sich für ihre Aktionen, auch wenn die Nachbarn und einige Bewohner der Stadt sie für ihren damaligen Mut heute noch bewundern. Nachdem Gracie damals gezwungenermaßen Los Lobos hinter sich lassen musste, ist sie bei ihrer Tante und ihrem Onkel aufgewachsen, wo sie ein ruhiges Leben geführt hat – nachdem sie natürlich auch noch eine Therapie wegen ihrer Fixierung auf Riley abgeschlossen hat. 

Als Gracie sich dazu entschlossen hat nach Los Lobos – selbst wenn es nur für sechs Wochen ist – zurückzukehren, hat sie nicht damit gerechnet, dass ebenfalls besagter alter Jugendschwarm ebenfalls wieder in der Stadt ist – und zudem als Bürgermeisterkandidat an den Start getreten ist, dessen Wahlkampfleiter rein zufällig Gracies Schwager Zeke ist. Und besagter Schwager ist der Auslöser, warum Gracie in Rileys Garten mit einer Kamera erwischt wird. Danach beginnt ein Hin und Her, indem Gracie und Riley versuchen gemeinsam herauszufinden, welches Geheimnis Zeke vor seiner Frau Alexis zu verbergen versucht, dabei entdecken die beiden jedoch, dass sie sich wirklich gut verstehen und sich gegenseitig eigentlich sympathisch finden – wäre da nicht ihre blöde gemeinsame Vergangenheit – Ex-Stalkerin und Ex-Bestalkter (ist das so korrekt?).

Als dann auch noch öffentlich bekannt wird, dass Gracie und Riley wohl angeblich miteinander anbändeln, da den beiden jemand eine Falle gestellt hat, damit man sie Händchen haltend ablichten kann, um so die Bilder in die Öffentlichkeit zu bringen und Riley in Misskredit, damit er nicht Bürgermeister wird. Während jemand versucht, Riley in Misskredit zu bringen, versucht ebenfalls jemand, Gracies Geschäft zu sabotieren. Beide haben einen Verdacht wer das sein kann, aber kein augenscheinliches Motiv für das Warum. Aus dem angeblichen Anbändeln werden dann noch wirkliche Tatsachen, doch da gibt es ein Problem – Riley will keine Beziehung. Er sucht sich seine Frauen, die in der Regel nur für eine Nacht mit ihm das Bett teilen, nach einem bestimmten System aus – dem sogenannte drei-V-Programm. Doch ist Gracie wirklich der Typ für die drei-Vs oder ist mehr zwischen den beiden? Und wer ist der unheimliche Fotograf, der immer an den ungünstigsten Orten auftaucht und kompromittierende Fotos von den beiden macht? Wer versucht, Gracies Geschäft zu ruinieren und warum? Betrügt Zeke seine Frau Alexis oder steckt etwas anderes hinter seinen immer wieder doch lange dauernden nächtlichen Ausflügen? 


Meinung:

“Gracie in Love” von Susan Mallery ging runter wie Öl – was man ja wohl allein schon daran erkennen kann, dass ich das Buch an einem einzigen Tag verschlungen habe. Es hat sich wirklich sehr gut lesen lassen. Die Autorin hat einen wirklich einfachen, guten und verständlichen Schreibstil, der wirklich Lust aufs Lesen macht. =) Zwar ist das Buch nun wirklich ein ganz normaler Liebesroman, doch in der Umsetzung ist er einfach wirklich der Hammer. Die Autorin beschreibt jede einzelne Szenerie wirklich so genau und gut, dass man wirklich gut mitfiebern kann und es einfach nur wirklich Riesenspaß macht zu lesen. Besonders witzig an dieser Stelle find ich immer mal wieder die kleinen Neckereien zwischen Riley und Gracie, womit sie jedes Mal Anstoß an Gracies damalige Aktionen finden und sie so aber gleichzeitig ihre gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten.

Die Charaktere sind wirklich super ausgearbeitet. Mit jedem – aus dessen Perspektive die Autorin gerade erzählt – konnte man wirklich mitfühlen. Besonders mit Gracie, Riley und Gracies Schwestern, die genau wie Gracie selbst alles andere als perfekt sind, was den Charakteren einen besonderen Charme verleiht. An dieser Stelle möchte nur einmal rein vorsorglich darauf hinweisen, dass die Geschichte meistens aus Gracies Perspektive erzählt wird, dann auch mal aus Rileys oder aber auch in etwas selteneren Fällen von ganz anderen Personen, die der Geschichte eine andere Perspektive und gewisse Einblicke hinter die Kulissen gewähren, was der Story an sich keinen Abbruch tut, nur ihre Vorhersehbarkeit fördert. Gracie hat zwar aus ihrer Vergangenheit gelernt, dass es ein Fehler war, Riley seinerzeit so zuzusetzen, allerdings merkt sie auch, dass gegenwärtig die Anziehung zwischen den beiden ganz anders ist. Zudem ist Gracie viel zu gutherzig und lässt sich dadurch immer wieder von ihren Schwestern in irgendwelche Schwierigkeiten hineinziehen, die sie am Ende allein ausgraben darf. Riley ist auch nicht perfekt und das weiß er auch, er ist beziehungsunfähig und es fällt ihm schwer sich selbst einzugestehen, dass Gracie möglicherweise mehr als nur ein Abenteuer sein könnte. 
 
Was mir außerdem gefallen hat, war, dass die Autorin es wirklich realistisch rübergebracht hat, dass die Familienbande zwischen Gracie, ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern nicht einfach zu kitten sind, sondern, dass die Jahre ihrer Abwesenheit auch Spuren hinterlassen haben und Gracie an sich sich gar nicht mehr wohlfühlt in „ihrem Zuhause“. Dennoch versucht sie sich in ihre Familie einzugliedern, was bei diesen Familienmitgliedern wirklich alles andere als einfach ist – denn da wäre einmal ihre jüngere Schwester Vivian, die ständig ihre eigene Hochzeit absagt, ihre ältere Schwester Alexis, die glaubt, dass ihr Mann sie betrügt, und nicht zuletzt auch noch Gracies Mutter, die sie damals weggeschickt hat, was Gracie ihr nie wirklich verziehen hat. Beim Lesen tat es mir jedes Mal, wenn eine traurige Familienszene kam, leid und ich habe die Zerrissenheit in Gracie förmlich spüren können, weswegen man sich ganz besonders mit der Protagonistin der Story identifizieren kann.

Allerdings muss ich an dieser Stelle doch noch eine Anmerkung machen, die mir gerade noch eingefallen ist, nämlich, dass die Intrigen und Intriganten sowie deren Motive wirklich leicht zu durchschauen sind und deswegen die Handlung an sich etwas leicht durchschaubar ist, was dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch tut, denn die Szenen, in den Gracies Vergangenheit bzw. ihre Aktionen geschildert werden, machen das auf jeden Fall wieder wett. 


Bewertung:

Ein Buch mit Charme und Witz, das sich zu lesen lohnt. ^^


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